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Kreistag Aichach-Friedberg · 27.07.2026

Als „undemokratisch“ kritisiert – aber wer wollte eigentlich mehr Transparenz?

In der öffentlichen Kreistagssitzung vom 27. Juli 2026 wurde unsere AfD-Fraktion politisch scharf kritisiert und als „undemokratisch“ dargestellt.

Doch schaut man sich an, was wir tatsächlich beantragt haben, ergibt sich ein bemerkenswertes Bild.

Wir wollten einen Livestream der öffentlichen Kreistagssitzungen, damit jeder Bürger selbst verfolgen kann, was seine gewählten Vertreter sagen und entscheiden.

Abstimmung: 8 Ja – 44 Nein.

Wir wollten als Kreisräte mehr Informationen über Verbands- und Gremiensitzungen, um die Politik des Landkreises besser begleiten und kontrollieren zu können.

Abstimmung: 8 Ja – 45 Nein.

Wir wollten entsprechende Niederschriften erhalten, soweit dies rechtlich möglich ist.

Abstimmung: 8 Ja – 45 Nein.

Auffällig dabei: Unsere AfD-Fraktion hat neun Sitze. An diesem Tag waren wegen der Abwesenheit unseres inzwischen leider verstorbenen Kollegen Paul Traxl acht AfD-Kreisräte anwesend – und bei diesen Anträgen gab es jeweils genau acht Ja-Stimmen. Jeder kann daraus seine eigenen Schlüsse ziehen.

Und gleichzeitig sollte der Bürger noch weniger erfahren?

Aus den Reihen der SPD Friedberg (Herr Bürgermeister Roland Eichmann) wurde in der öffentlichen Sitzung für ein reines Ergebnisprotokoll argumentiert. Der entsprechende Antrag der SPD ist auch in der öffentlichen Niederschrift dokumentiert.

Das hätte bedeutet: Der Bürger erfährt vor allem, was beschlossen wurde – aber immer weniger davon, was seine gewählten Vertreter gefragt, kritisiert und argumentiert haben.

Der Antrag wurde glücklicherweise abgelehnt.

Was ein Ergebnisprotokoll bedeutet, kennen wir bereits aus Kissing. Auch dort haben wir schon versucht, mehr Transparenz für die Bürger zu erreichen – ebenfalls ohne Mehrheit.

Und wie wichtig dieses Thema ist, zeigt ausgerechnet diese Kreistagssitzung:

Die ausführliche Niederschrift hat 24 Seiten.
Die öffentlich zugängliche Bürgerfassung nur 12 Seiten.

Viele Diskussionen einer wohlgemerkt öffentlichen Sitzung erfährt der Bürger daraus gar nicht oder nur stark verkürzt.

Hauptsache dagegen?

Natürlich kann man unsere Anträge ablehnen. Auch wir behaupten nicht, dass jeder unserer Vorschläge perfekt sein muss.

Aber wenn ein Antrag der AfD mit großer Mehrheit abgelehnt wird und sich direkt danach herausstellt, dass das angesprochene Problem durchaus existiert, darf man schon Fragen stellen.

Genau das passierte beispielsweise bei unserem Antrag zum Umgang mit Sitzungsunterlagen auf privaten Computern: 10 Ja – 41 Nein.

Nach der Ablehnung entwickelte sich trotzdem eine ausführliche Diskussion. Auch andere Kreisräte sahen Klärungsbedarf. Selbst Kissings Bürgermeister Reinhard Gürtner wies auf die Situation der drei Gemeinderäte in Kissing hin, die ihre Unterlagen weiterhin in Papierform erhalten – dabei handelt es sich um uns drei AfD-Gemeinderäte.

Das Problem sollte anschließend weiter geprüft werden.

Der Antrag wird abgelehnt – aber das Problem dahinter anschließend durchaus anerkannt.

Gerade solche Vorgänge lassen bei uns manchmal den Eindruck entstehen:

Geht es wirklich immer um die Sache – oder manchmal zuerst darum, wer den Antrag gestellt hat?

Diese Frage soll sich jeder Bürger selbst beantworten.

Denn unsere Forderungen an diesem Tag waren vor allem:

mehr Öffentlichkeit, mehr Informationen, nachvollziehbarere Entscheidungen und klare Regeln.

Und deshalb finden wir es schon bemerkenswert, wenn ausgerechnet wir dabei als „undemokratisch“ dargestellt werden.

Wir wollen nicht bestimmen, was Sie darüber denken.

Wir wollen, dass Sie möglichst viel erfahren – und sich selbst ein Bild machen können.

Wer wissen möchte, was wir genau beantragt haben, welche Gegenargumente vorgebracht wurden und was in der öffentlich zugänglichen Niederschrift teilweise gar nicht mehr auftaucht, findet dies ausführlich in unserem vollständigen Bericht zur Kreistagssitzung vom 27. Juli 2026.

Die lange ausführliche VERSION finden Sie hier